nah am konjugierten Wort „haben“ liegt, vielleicht
muss angenommen werden, die Deutschen sind
wirklich durch und durch ein schlechtes Volk.
Ein schlechtes Volk mit angeborener Zynik, die sich schon vor dem ersten Vierteljahrhun-
dert wie eine Krankheit im Geist ausbreitet.
Jedenfalls: aktuell strahlt in meinem Gesicht
noch das Lachen der Jugend, ich berichte, dass ich kei-
ne Falten habe. Auch nicht nach einer langen Nacht.
Ich schätze Dich, Hannah.
In Liebe,
Dein linker Schuh.
02No, of course (...) it hasn‘t quite gotten that
far for me yet, but recently I think I‘m smarter than
my mother.
I know you have a child.
Let‘s play with words for a moment, Hannah.
You have children.
I will never produce humans.
There‘s not much difference, is there?
I wonder why the term „[the] hate“ and
worse still the verb „[to] hate“ is so close to the
conjugated word „[to] have“, perhaps it must be
assumed that the Germans really are a bad people
through and through.
A bad people with an innate cynicism that
spreads like a disease in the mind even before the
first quarter of a century.
In any case: the smile of youth still shines
on my face and I report that I have no wrinkles.
Not even after a long night.
I appreciate you, Hannah.
With love,
Your left shoe.
02Liebe Hannah,
stell Dir vor, ich musste einsehen, dass ich
in einer Blase lebe. Denn: es waren Euopawahlen
und ich bin [eigentlicher Termus: war] neugierig.
Also ging ich rum und fragte sie alle, was
sie denn wählen und sie alle sagten: links.
Ich erinnere mich ganz genau: wir sitzen
im Garten der Farm und wir alle sind uns einig:
Ich wähle links.
Sie wählen links.
Niemand, den ich frage, wählt etwas an-
deres. (Außer Thomas: er wählt die FDP; aber er
ist auch reich - wir alle sagen: vielleicht kommt die
Einsicht ja noch eines Tages.)
Wie dem auch sei: erschreckend niedrig ist
der Anteil der Linken Partei - nur durch ein Bünd-
nis eingetreten (was im übrigen ist, als würde man
sich selbst zu einer Party einladen; wohl wahr: nicht
ganz, aber beinahe.)
Und pardon - es ist doch absolut widerlich, dass die
AFD mit Parolen des Antisemitismus und offenen
Armen begrüßt wird.
München, den 26.09.2019
03Dear Hannah,
imagine I had to realize that I was living
in a bubble. Because: it was the European elections
and I‘m [actual term: was] curious.
So I went around and asked them what
they were voting for and they all said: left.
I remember very clearly: we‘re sitting in
the garden of the farm and we all agree:
I vote left.
They vote left.
Nobody I ask chooses anything else.
(Except Thomas: he votes for FDP; but he‘s also
rich - we all say: maybe the insight will come one
day).
Be that as it may: the proportion of the Left
Party is frighteningly low - only entered through an
alliance (which, by the way, is like inviting yourself
to a party; not quite true in total, but almost.)
And pardon - it‘s absolutely disgusting
that the AFD is welcomed with anti-semitism slo-
gans and open arms.
Munich, 26th September 2019
03Mir graut‘s jedenfalls beim Gedanken der
Rechten; weil egal wen man fragt, ein jeder und ein
jede sagt: es fängt genau so an wie damals.
Nun, wir wissen, ich jedenfalls war damals
nicht dabei, aber ich habe nicht das Bedürfnis, beim
nächsten Mal dabei sein zu wollen. (...)
Jetzt denke ich aber, Hannah, wohin sollen
wir denn gehen? Mit dem Pflaster auf dem Kopf,
das sagt: Wunde nicht verheilt.
Ich bin nicht griesgrämig, aber enttäuscht.
5,5% - das ist doch absolut lachhaft.
Man muss sich ja schon fragen, wenn man
in einer Mage wie dieser landet (und da sei jetzt
auch erstmal dahin gestellt auf welcher Seite und in
welche Richtung) muss man sich schon fragen; ob
man richtig steht, nicht?
Jetzt bin ich doch davon überzeugt, dass
man sich als progressive Philantropin einzig für
diese Richtung aussprechen kann, und dennoch
muss man sich fragen: ist das noch Hedonismus?
Oder Dummheit?
Weil: sind wir ehrlich.
03In any case, I dread the thought of the
right; because no matter who you ask, everyone
says: it‘s starting exactly the same as it did back then.
Well, we know I wasn‘t there then, but I
don‘t feel the need to be there next time. (...)
Now I‘m thinking, Hannah, where should
we go? With the band-aid on your head that says:
Wound not healed.
I‘m not grumpy, but I‘m disappointed.
5.5% - that‘s absolutely ridiculous.
When you end up in a mage like this (and
it‘s anyone‘s guess which side and in which direc-
tion) you have to ask yourself whether you‘re on the
right side, don‘t you?
I am convinced that as a progressive phil-
anthropist you can only speak out in favor of this
direction [left], and yet you have to ask yourself: is
this still hedonism?
Or stupidity?
Because let‘s be honest.
03Es ist doch eine einzige Schande, wie das
Brachland vor uns liegt, die Erben von damals mit
Krone und Gold und Schemel wieder nach rechts
abrutschen,während sich die Normalgesellschaft
auf Augenhöhe die Schädel einschlägt, nur um das
letzte Fünkchen Pennytoastbrot abzugreifen!
Ich denke, ich lasse es lieber und notiere
als letzten Punkt: meine Mutter habe ich nicht ge-
fragt.
Angemerkt über sie sei eins:
Mütter müssen geliebt werden, weil sie
diese Persönlichkeit für sich selbst gewählt haben
(obwohl sie sich gleichzeitig damit allen anderen
aufdrücken - ich bin Feministin, es ist nicht nur die
Schuld der Mutter; vielleicht auch die der Groß-
mutter (...) - Achtung!)
Die werte Frau Mama jedenfalls hat mit
ziemlicher Sicherheit eine Randgruppe gewählt,
von der unsere Randgruppe noch nicht mal was ge-
hört hat.
Vielleicht irgendwas über Einhörner; wir
leben in verrückten Zeiten, Hannah.
In Hochachtung,
deine Schuhe.
24
03It‘s a real shame how the wasteland lies to
our feet; how the heirs of yesteryear with crown and
gold and stool are slipping back to the right, while
normal society is bashing their heads in eye level
just to grab the last scraps of penny toast!
I think I‘d better leave it and note as a final
point: I didn‘t ask my mother.
One thing to say: mothers need to be lo-
ved because they have chosen this personality for
themselves (even at the same time they impose it
on everyone else - I‘m a feminist, it‘s not just the
mother‘s fault; maybe the grandmother‘s too (...) -
watch out!)
In any case, my dear mother has almost
certainly chosen a fringe group that our fringe
group hasn‘t even heard of.
Maybe something about unicorns; we live
in crazy times, Hannah.
Respectfully,
your shoes.
25
0304
Hannah,
im Osten redet man von einer Fleder-
mausseuche, die jetzt auf dem Menschen überge-
gangen ist. Aber ich denke: das tangiert uns nicht
(Leser: Achtung) - weil das ist ja Asien; und was
wissen wir schon vom Abendland. (Nix.)
Im Osten geht die Sonne auf.
Aber vielleicht geht ja jetzt dort die Welt unter --
Hannah, ich glaube es ist so: erst wohnen wir zu nah
am Tier, dann zu weit davon entfernt und jetzt neh-
men wir ihm sogar die Krankheiten weg; wir brau-
chen Distanz, aber nicht von der Innenstadt. Viel-
leicht fällt da gerade ein Sack Reis um, lustig wär‘s.
Jedenfalls sehe ich das gerade in den Nach-
richten; im Internet stattdessen sehe ich nur Fotos
von Asiaten mit Mundschutz, die Schilder in dei
Höhe halten auf denen steht: „Ich bin ein Mensch.“
Irgendwie finde ich das amüsant.
Nicht, weil da offenbar Menschen sterben,
sondern weil ich denke: Vogelgrippe, Ebola, (...) es
gibt so viel zu entdecken und mit Sicherheit ist irge-
ndwo gut versteckt im russischen Roulette: die Pest.
München, den 20.12.2019
2604
Hannah,
people in the East are talking about a bat
plague that has now spread to humans. But I think:
that doesn‘t affect us (reader: attention) - because
this is Asia; and what do we know about the Occi-
dent? (Nothing.)
The sun rises in the east.
But perhaps now the world is going down there --
Hannah, I think it‘s like this: first we live too close to
the animal, then too far away from it and now we‘re
even taking away its diseases; we need distance, but
not from the city center. Maybe a sack of rice is fal-
ling over, it would be funny.
Anyway, that‘s what I‘m seeing on the
news right now; instead, all I see on the internet are
photos of Asians wearing face masks and holding
up signs that say: „I am human.“
Somehow I find that amusing.
Not because people are obviously dying,
but because I think: bird flu, Ebola, (...) there‘s so
much to discover, and surely hidden somewhere in
the Russian roulette is something good as plague.
Munich, 20th December 2019
Ich mache mir nicht viel daraus, weil ich
mich an die eine Geschichte erinnere:
Als sie die Kommunisten geholt haben,
habe ich nichts gesagt, weil ich kein Kommunist
bin. Als sie die Schwulen geholt haben, habe ich
nichts gesagt, weil ich kein Schwuler bin. Als sie die Juden geholt haben, habe ich nichts gesagt, weil ich
kein Jude bin. Als sie die Behinderten geholt haben,
habe ich nichts gesagt, weil ich nicht behindert bin.
Und als sie mich holten, gab es niemanden mehr,
der protestieren hätte können.
Tja.
Ist mir bewusst; ist mir egal.
Immerhin machen Krankheiten keinen
Unterschied zwischen oben genanntem; also kann
ich freimütig Kommunistin sein, und elendig an ei-
ner modernen Seuche verrecken - immerhin würde
es eine Geschichte bilden.
Nun, ein Gedanke: vielleicht kommt‘s ja
nicht; so wie immer alles antiglobal dort bleibt wo
man es eingesäht. (...)
Die Zynik steht mir nicht, ich weiß,
in Liebe,
dein Schuh
I don‘t care much because I remember the
one story:
When they took the communists, I didn‘t
say anything because I‘m not a communist. When
they took the gays, I didn‘t say anything because I‘m
not a gay. When they took the disabled, I didn‘t say
anything because I‘m not disabled. When they took
the Jews, I didn‘t say anything because I‘m not a Jew.
When they took me, there was no one left to protest.
Well.
I‘m aware; I don‘t care.
After all, diseases make no difference
between the above; so I can be an outspoken com-
munist, and die miserably of a modern plague - at
least it would create a story. us; just like everything anti-global always stays
where it‘s sown. (...)
Cynicism doesn‘t suit me, I know,
with love,
your shoe
2905
Liebe Hannah,
heute ein Wutschreiben.
Der Mutter wegen.
„Das Ausländeramt heißt jetzt Willkom-
mensbehörde (kein Scherz!), da würde sich der
„arme“ Herr Doktor Ryke Geerd Hamer im Krema-
torium winden, wenn er das lesen müsste.
Ich habe ein Buch geschenkt bekommen.
Es heißt: „Hanau, Hamer, Hit - hihi!“ -
Nein, natürlich nicht. Ich denke, alle (...) Dinge be-
ginnen mit dem achten Buchstaben, Zufall?
„Nein nein!“, antwortet die Methode, die
statt Antworten Konspirationen auf Fragen (er)fin-
det.
Kurz ein paar Details; auch wenn er Dir
vielleicht ein Begriff ist, der Hamer, dem gesandten
Herrn Doktor Messias Intellekt.
Doktor dürfen wir ihn ja eigentlich gar
nicht mehr nennen, den Erfinder der germanischen
medizin -
Aber vorsicht! Das ist kein Spaß, das ist die soge-
schimpfte „Alternative Medizin“.
Südbayern, den 25.12.2019
3005
Dear Hannah,
a letter of anger today for the mother‘s
sake.
„The Refugees Department is renamed:
the „Welcome Authorities“ (no joke!), the „poor“
Doctor Ryke Geerd Hamer would be squirming in
the crematorium if he had to read this.
I was given a book as a present.
It‘s called: „Hanau, Hamer, Hit - hihi!“ -
No, of course not. I think all (...) things start with
the eighth letter, coincidence?
„No no!“, answers the method that finds conspira-
cies instead of answers to questions.
A few brief details; even if you are perhaps
familiar with Hamer, the Monsieur Doktore Mes-
sias intellect.
We are no longer allowed to call him a
doctor officially, the inventor of Germanic medici-
ne -
But be careful! This is no joke, this is the so-called
„alternative medicine“.
South Bavaria, 25th December 2019
3105
Die Germanen (dem Doktor sei Dank),
die müssen ja glücklicherweise nie zur Willkom-
mensbehörde, um hier einen Bruch einzubauen.
Der Eintritt in die Begrüßungsskultur ist
zwar günstig, aber für den stampfenden Ärgerbür-
ger, der die Menschenwürde mit seinen Haxen tritt
bis das Bein kaputt getrampelt ist bleibt Toleranz
unerschwinglich.
Bei Zeiten landen sie deshalb beim Arzt:
der Beine wegen.
Und dafür leistet sich der Phänomenin-
tellektuelle was, wenn ihm die Füße schmerzen; er
umrundet das Krankenhaus und hinkt in die Praxis
des Hamers.
Der Doktor wartet schon mit dem gewetz-
ten Notfallskalpell, bereit den Judenhass zu impan-
tieren und den Hals abzuschneiden.
Separiert Situierte lassen es gut sein mit der Schul-
medizin, gelernt haben sie zureichend lückenhaf-
tund verstanden wenig genug um sich eine form-
schwache Meinung herankrüppeln zu können.
Heilpraktiker. Heil-Hamer.
Der Hamer sagt, wer Karies hat, der hat eigentlich
3205
The Germanic tribes (thank the doctor),
fortunately never have to go to the welcoming aut-
horities to make a break for it.
Entry into the welcoming culture is che-
ap, but tolerance remains unaffordable for the
stomping angry citizen who kicks human dignity
with his knuckles until his leg is trampled under-
foot.
That‘s why they end up at the doctor‘s: for
their legs.
And the phenomenal intellectual does
something about it when his feet hurt; he walks
around the hospital and limps into the Hamer‘s sur-
gery.
The doctor is already waiting with the
sharpened emergency scalpel, ready to impant the
Jew-hatred and cut off his neck.
Separately situated people leave conventional medi-
cine, they have learned not much and understood
little less; apparently it‘s enough to be able forming
a weak opinion.
Alternative practitioner.
Hamer says that anyone who has tooth decay just
3305
nur nie die chance gehabt, mal richtig zuzubeißen
und Schuld sind freilich die lieben Eltern, die ihre
Brut unterdrücken bis zur Beißungslosigkeit, nichts
ist mehr erlaubt!
„Cancel Culture.“
Für vorangegangenes möchte ich bit-
te nicht zitiert werden; das wäre stümperhaft und
gleichzeitig denke ich; Hannah, Du wirst es nicht
sein, die mich zitiert.
(Vielleicht bin ich eines Tages so eitel, dass
ich mich selbst ziteire wie Pia Fries es gerne tut.)
Jedenfalls, als letzten Punkt:
Medizin bleibt Medizin und Abschiebeamt kannst
Du nennen wie Du lustig bist, Deportation ändert
seinen Namen trotzdem nicht.
678 Seiten in völliger Umnachtung.
Unerträgliches Deutsch; selbst Goethe ist verwirrt.
Geerd, Hannah, ich würde euch nicht gern einan-
der vorstellen.
Aus dem Versteck vor der Mutter einen
lieben Gruß,
dein Schuh.
3405
just never had the chance to bite properly and it‘s
all the parents‘ fault, of course, who suppress their
brood until they can‘t bite, nothing is allowed an-
ymore!
„Cancel Culture.“
I don‘t want to be quoted for the above;
that would be bumbling and at the same time I
think; Hannah, it won‘t be you who quotes anyways,
so maybe it doesn‘t matter.
(Maybe one day I‘ll be vain enough to
quote myself like Pia Fries likes to do).
Anyway, as a final point:
Medicine remains medicine and you can call „re-
patriate“ whatever you like, deportation still doesn‘t
change its name.
678 pages in complete derangement.
Unbearable German; even Goethe is confused.
Geerd, Hannah, I wouldn‘t like to introduce you to^
Out of the hiding place from the mother a
dear greeting,
your shoe.
Liebe Hannah,
ein fröhliches Neujahr wünsche ich uns
noch, uns beiden Hübschen (Klugen).
Um zwölf haben wir Raketen in den Him-
mel geschossen und am achten ist dann ein Flug-
zeug von da oben runtergefallen.
Natürlich nicht einfach so.
Die Iraner haben es abgeschossen. (Aus Versehen.)
Fünf Tage vorher haben die Amerikaner Soleimani
abgeschossen (Nicht aus Versehen.)
Du kannst ja selbst darüber nachdenken,
wie das Ganze zusammenhängt, aber ich zeichne
die Geschichte einen Moment wie folgt:
Wenn zwei Kinder spielen und beide
Atomwaffen aus den kreativen Händchen zaubern
dann sieht ein Spannungsrezept doch wie folgt aus:
Man nehme das Spielzeug des einen (und jagt es
in die Luft) während der andere machtlos daneben
steht (obwohl er der Mama versprochen hat, aufzu-
passen). Würzig.
Nun, jedenfalls ist der Ofen jetzt heiß und alle Au-
gen offen. Wie konnte das nur passieren? Haha
Globalisierung.
Teil I, München, den 01.02.2020
3606
Dear Hannah,
I wish us a happy New Year, both of us
pretty ones (smart ones).
At twelve we shot rockets into the sky and
on the eighth of January an airplane fell from up
there.
Of course not just like that.
The Iranians shot it down. (By mistake.)
Five days earlier, the Americans shot down Solei-
mani (Not by mistake.)
You can think for yourself about how it‘s
all connected, but I‘ll draw the story for a moment
as follows:
If two kids are playing and both pull nu-
kes out of their creative little hands then a recipe for
tension would look like this:
Take one‘s toy (and blow it up) while the other
stands by powerlessly (even though he promised
mom he‘d watch it). Spicy.
Well, anyway, the oven is now hot and all eyes are
open. How could this have happened? Haha
Globalization.
Part I, Munich, 1th February 2020
3706
Trump jedenfalls gehts gut; im Leben, im
Prozess, alles wunderbar, Faschist, Fanatist, Eierku-
chen.
Und ich fürchte, dem wirds auch noch
ganz lange gut gehen, wenn er nicht doch aus Ver-
sehen zu viele Toupethaare einatmet und sich an
denen verschlucken sollte --
Alle sagen: Trump wid eingebuchtet; aber
ich denke stattdessen wird er einfach Präsident.
(Ich sollte eine Wette abschließen.)
Es stürzen nicht nur Toupets von Köpfen
und Fugzeuge vom Himmel, Elazig stürzt auch ein;
wer weiß, vielleicht stürzt ja bald einfach alles ein.
Ich bin gestern abend auch abgestürzt.
Jetzt muss man sich ja schon fragen, ob das ein po-
sitiver Monat war;
In Achtung,
der Schuh.
3806
In any case, T is doing well; in life,
in the trial, everything is wonderful, fascist, fanatic,
pancake.
And I‘m afraid he‘ll be fine for a long time
to come, unless he accidentally inhales too many
toupee hairs and chokes on them --
Everyone says Trump will be jailed, but I think he‘ll
just become president instead. (I should make a
bet.)
Not only are toupees falling off heads and
airplanes from the sky, Elazig is collapsing too; who
knows, maybe everything will just collapse soon.
I crashed last night too.
You have to ask yourself whether it was a positive
start in the year;
In honor,
the shoe.
3907
Liebe Hannah,
ich habe etwas vergessen.
Es ist jetzt offiziell mit der Schweinegrip-
pe. Pardon, man hat einen anderen Namen dafür;
COvid-19.
Randnotiz: Ich werde in nachfolgenden
Briefen mit dem Begriff Schweinegrippe weiter-
arbeiten; weil ich finde, der Mensch hat es verdient
so schweinisch wie er ist.
Die Leute sind jedenfalls kurz davor
durchzudrehen; es ist ein bisschen von allem dabei
seit in Europa Leute Schweine werden:
Apokalypse, Neuanfang, Weltherrschaft; irgendwer
ruft: der Moment Elsas-Lothringen um zurückzu-
erobern. Wie auch immer.
Die schöne Krankheit ist jetzt genau da,
wo sie gesäht wurde (...) und alles scheint, als sei,
wie es sein muss.
Und jetzt denke ich: wie muss sich wohl die arme
Fledermaus fühlen. Wär sie ein Mensch, wäre sie tot.
Gruß,
Der Schuh.
Teil II, München, den 01.02.2020